Sportblog - Sportberichte aus Österreich

Paralympics RIO 2016 - das Medaillen-Sammeln für Österreich hat erfolgreich begonnen

15. September 2016, 07:00am

Veröffentlicht von sport-oesterreich

Spektakuläre Bälle und schließlich die Jubelpose: Krisztian Gardos Fotos: ÖPC/GEPA Kelemen, Fotostudio Baldauf

Spektakuläre Bälle und schließlich die Jubelpose: Krisztian Gardos Fotos: ÖPC/GEPA Kelemen, Fotostudio Baldauf

Der Bann ist gebrochen: Bronze für Krisztian Gardos

Die erste Medaille für Österreich bei den XV. Paralympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro. Und wieder durch einen der stets verlässlichen Tischtennisspieler: Krisztian Gardos gewann durch einen ebenso klaren wie überraschenden Sieg im „kleinen Finale“ gegen den Chinesen Lian Ho die Bronzemedaille.

Erste Medaille für Österreich bei den Paralympics in Rio 2016 Fotos: ÖPC/GEPA Kelemen, Fotostudio Baldauf

Erste Medaille für Österreich bei den Paralympics in Rio 2016 Fotos: ÖPC/GEPA Kelemen, Fotostudio Baldauf

„Ein Wahnsinnsgefühl“, strahlte vor Begeisterung der gebürtige Budapester, der in Neustift in Tirol lebt. „Das ist echt der Hammer. Manchmal zahlt es sich halt aus, wenn man um zwanzig Jahre mehr Erfahrung hat als ein Gegner.“

Tischtennis ist in China eine Frage der Ehre, und so ist China auch bei den Paralympics die dominante Nation. Umso erstaunlicher, dass ein Österreicher einem Chinesen nicht den Funken einer Chance lässt. Krisztian Gardos, 41, brauchte genau 20 Minuten, um Lian Ho 11:9, 11:7, 11:4 zu besiegen. „Der größte Erfolg meiner Karriere“, sagte er. „Ich war perfekt auf diesen Linkshänder eingestellt. Ich bekam sehr viele gute Hinweise von meinem Extrainer per WhatsApp und telefonisch von meinem Bruder Robert.“ Gardos spielte serienweise präzise Schmetterbälle, sein Gegner brachte zwar viele davon zurück, doch der Österreicher wartete auf seine Chance und machte alle Big Points.

Walter Ablinger holte Silber Foto: GEPA Kelemen /Fotostudio Baldauf

Walter Ablinger holte Silber Foto: GEPA Kelemen /Fotostudio Baldauf

Zwei Silbermedaillen innerhalb von nur 20 Minuten

Die zweite und dritte Medaille für das ÖPC-Team bei den Paralympischen Sommerspielen in Rio durch zwei Radrennfahrer im Zeitfahren: Thomas Frühwirth gewann in der Klasse H4 über 20 km in Pontal die Silbermedaille. Wenige Minuten später durfte sich Walter Ablinger in der Klasse H 3 ebenfalls über Silber freuen.

Von links: Thomas Frühwirth, Walter Ablinger, Wolfgang Schattauer und Wolfgang Eibeck Foto: GEPA Kelemen /Fotostudio Baldauf

Von links: Thomas Frühwirth, Walter Ablinger, Wolfgang Schattauer und Wolfgang Eibeck Foto: GEPA Kelemen /Fotostudio Baldauf

Der Steirer Thomas Frühwirth, der vor kurzem seinen 35. Geburtstag gefeiert hatte, musste sich nur dem Polen Rafal Wilk um exakt zehn Sekunden geschlagen geben und verwies den Deutschen Vico Merklein um fast eine Minute auf Rang 3. „Bin überglücklich“, strahlte er. „Meine Saison war bisher nicht so gut, ich habe bisserl an mir gezweifelt. Vorgestern hab ich gedacht, das wird nix, gestern dann vielleicht doch, und heute ist alles für mich aufgegangen. Nur zehn Sekunden auf Gold, das ist echt ein Wahnsinn!“

Der 47jährige Oberösterreicher Walter Ablinger wurde mit einer Minute Rückstand Zweiter. Der Dreikampf um die Silbermedaille mit dem Kanadier Moreau und dem Schweizer Frei spielte sich im Bereich von einer Sekunde ab. „Ich bin brutal zufrieden“, jubelte Ablinger. „Wir haben € 20.000 in dieses Gerät investiert, es scheint sich auszuzahlen.“ Beide haben noch zwei weitere Chancen: Straßenrennen am Donnerstag, Teambewerb am Freitag. „Vielleicht ist Silber ja auch die Vorstufe zu Gold“, lachte Ablinger voll Zuversicht.

Pepo Puch bei seinem Gold-Ritt, mit seiner Goldmedaille und mit seinen wichtigsten Goldstücken Foto: GEPA Kelemen /Fotostudio Baldauf

Pepo Puch bei seinem Gold-Ritt, mit seiner Goldmedaille und mit seinen wichtigsten Goldstücken Foto: GEPA Kelemen /Fotostudio Baldauf

Erstes Gold für Österreich durch Pepo Puch: „Ein totaler Wahnsinn!“

Rauchfangkehrer sind Glücksbringer! Dressurreiter Pepo Puch ist gelernter Rauchfangkehrer. Und gerade er bescherte dem ÖPC-Team in Rio die erste Goldmedaille.

Sein neuer Hengst Fontainenoir war ein gewisser Unsicherheitsfaktor, doch es kam ganz anders: „Er ist noch nie so gut gegangen“, schwärmte Pepo Puch von seinem Pferd. „Es ist ein überwältigendes Gefühl, einfach unglaublich und kaum zu fassen. Es hat alles gepasst. Genauso, wie wir uns das vorgestellt haben. Ich kann mein Glücksgefühl kaum beschreiben.“

Der 50-jährige Grazer wiederholte seinen Paralympics-Sieg in der Dressur Grade IB und sorgte somit für die erste Goldmedaille für das ÖPC-Team bei den XV. Paralympischen Spielen von Rio 2016. Der Brite Lee Pearson auf Zion machte Silber, die Dänin Stinna Kaastrup auf Smarties Bronze.

Großes Finale für Andreas Onea über 100 Meter Brust Foto: GEPA Kelemen /Fotostudio Baldauf

Großes Finale für Andreas Onea über 100 Meter Brust Foto: GEPA Kelemen /Fotostudio Baldauf

Bronze für Andreas Onea am Super-Mittwoch

Vier Medaillen an einem Tag - fünf Medaillen für das ÖPC-Team insgeamt

Bronzemedaille für Schwimmer Andreas Onea bei den XV. Paralympischen Sommerspielen 2016 in Rio: Nach Platz 6 in Peking und Platz 4 in London hat es diesmal mit der Medaille geklappt: Der 24-jährige Niederösterreicher musste sich über 100 Meter Brust in 1:44,44 nur dem Spanier Oscar Saluero Galisteo und dem Italiener Federico Morlacchi geschlagen geben. "Ich bin so unglaublich glücklich", strahlte Andy nach seinem sensationellen Rennen, in dem er lang auf Platz 5 gelegen war. "In London war ich drei Zehntel hinter Bronze, jetzt habe ich Bronze um drei Zehntel gewonnen - ich kann meine Gefühle kaum beschreiben! Dieser Tag ist für uns überhaupt ein Wahnsinn mit so vielen Medaillen für uns Österreicher. Haltet uns weiter die Daumen, wir werden weiter unser Bestes geben."

Rückfragen und Kontakt:

Raimund Fabi, Jürgen Preusser

Österreichisches Paralympisches Committee

presse@oepc.at

Kommentiere diesen Post