Sportblog - Sportberichte aus Österreich

Das Wunder der Herzfrequenzvariabilität

1. Dezember 2015, 18:50pm

Veröffentlicht von sport-oesterreich

Die Herzfrequenzvariabilität wird mit dem sogenannten HRV-Test gemessen. Der HRV-Test gibt sehr präzise Angaben über den Zustand des vegetativen Nervensystems. Daraus lässt sich auch die körperliche Fitness und die mentale Verfassung sehr genau bestimmen. Beispielsweise zeigt der HRV-Test die momentane Regenerationsfähigkeit und Erholungszustand der Testperson an. Dies sind entscheident wichtige Parameter für die Leistungsfähigkeit von Sportlern.

Wie funktioniert die Messung der Herzfrequenzvariabilität?

Das menschliche Herz arbeitet bekanntermaßen autonom. In seiner Selbstständigkeit ist es alles andere als gleichmäßig getaktet, zumindest beim gesunden und entspannten Menschen. Die Herzschläge erlauben sich feinste Takt-Abweichungen oder anders formuliert rythmische Ungenauigkeiten zwischen den einzelnen Herzschlägen. Diese Abweichungen befinden sich im Millisekunden-Bereich und sind für einen handelsüblichen Pulsmesser nicht zu erfassen, zumindest nicht in dem Ausmaß, was erforderlich wäre um exakte Rückschlüsse aus der Herzfrequenzvariabilität zu ziehen.

Bei fachkundiger Interpretation der Millisekunden-Abweichungen zwischen den Herzschlägen lassen sich erstaunliche Fakten über die Testperson ablesen. Das Erstaunliche dabei ist, dass nicht nur über den physischen, sondern auch über den mentalen Zustand der Testpersonen Rückschlüsse gezogen werden können. Denn die Millisekunden-Abweichungen verraten unter anderem das Verhältnis von Atemzügen zu Pulsschlägen, oder in welchem Zustand sich das vegetative Nervensystem befindet.

Zusammenhang der Herzfrequenzvariabilität und dem vegetativen Nervensystem

Das vegetative Nervensystem ist mit einer Schaltzentrale zu vergleichen, die unsere Stoffwechselsysteme, Sympathicus und Parasympathicus, reguliert. Diese beiden "Systeme" steuern die Prozesse in unserem Körper bei Aktivität (Sympathicus) und Erholung (Parasympathicus). Beide Systeme sind ständig aktiv, doch dominiert der Sympathicus bei Aktivität und der Parasympathicus im Ruhezustand. Bei dominierenden Parasympathicus werden regenerative Prozesse im Körper aktiviert. Je besser diese funktionieren, desto besser und schneller erfolgt die Regeneration nach harten Trainingseinheiten, lässt sich behaupten. Stellen Sie sich diese Situation bildlich vor. So scheint es logisch, wie sensibel unsere Leistungsfähigkeit von unserer mentalen Verfassung abhängt. Da das Herz vom vegetativen Nervensystem gesteuert wird, wirkt sich der Zustand des vegetativen Nervensystems direkt auf die Herzfrquenzvariabilität aus.

Herzfrequenzvariabilität als Dolmetscher der Leistungs- und Regenerationsfähigkeit

Was will die Herzfrquenzvariabilität uns mitteilen?

Im Grunde genommen können Sie sich das vorstellen wie einen Morsecode. Mit dem richtigen Instrument können Sie der HRV-Geheimschrift sehr interessante Informationen entnehmen. Dies können überlebenswichtige Informationen (Herzinfarkt-Risiko) für Manager und Workaholics sein, aber auch Informationen über Sportler liefern, die zwischen Sieg oder Niederlage entscheiden.

Lerne deinen Körper zu verstehen und seine Signale richtig zu interpretieren!

Wenn es blos so einfach wäre. Jedenfalls empfiehlt sich ein HRV-Test nicht nur für Leistungs- und Spitzensportler, sondern auch für Hobbysportler, die mehr über ihren Körper wissen möchten um gesund und nachhaltig Sport zu betreiben.

Der HRV-Test als Hilfe im Fall eines Leistungsplateaus

Das Leistungsplateau ist ein Phänomen, welches immer wieder im Leistungssport und ambitionierten Hobbysport auftritt. In dieser Phase ist keine Steigerung der Leistungsfähigkeit mehr zu erkennen. In vielen Fällen ist sogar eine Verschlechterung der Leistungsfähigkeit zu sehen. Die Gründe dafür können vielseitig sein (zB Übertraining, psychische Probleme, Stress, Ärger, Krankheit, etc ..). Der HRV-Test ist in so einem Fall das derzeit zuverlässigste Diagnoseverfahren um dem Phänomen des Leistungsplateaus auf den Grund zu gehen.

Kommentiere diesen Post